Theatergruppe

Die Theatergruppe besteht seit 1951. Etwa 20 Mitglieder gehören z.Zt. dazu.
Je nach Auftrittsverpflichtung trifft sich die Gruppe mehr oder weniger regelmäßig. Die Gestaltung der Adventsnachmittage der KFD und öffentliche Theaterabende sind fester Bestandteil des Jahresprogramms. Geselliges Beisammensein bei Radtouren, Theaterfahrt und ähnlichem gehören für den Zusammenhalt der Gruppe dazu.

Kontakt:
Brigitte Kammertöns Tel.: 05244/2092

Regina Ellefredt-Thol Tel.: 05244/5868

 

Di.11.04.2017

Männer gehören zurechtgehobelt

Desaster auf dem Bauernhof, Furore am laufenden Band, am Ende ist auch das Publikum platt vor Lachen: Es hat sich herumgesprochen, dass der Laienspielschar Neuenkirchen mit ihrem Schwank „Seeluft un Muusgift“ in niederdeutscher Sprache eine Aufführung von Format gelungen ist. So füllten zuletzt 150 Zuschauer den Saal des Kolpinghauses. Man darf sagen: Vor allem die Landbevölkerung war zahlreich vertreten.

Dass sich der Ort der Handlung, der Oltmanns-Hof, nicht in Westfalen, sondern an der Nordseeküste befindet, störte niemanden. Das Bühnenbild mit Küchenzeile, Milchkanne, Strohballen und „Välkom“-Tafel, zeigte im Hintergrund einen rot-weiß gestrichenen Leuchtturm. Vorn ein Schild, das Appetit weckt: „Frischer Scharfskeese“.

Das Leckerprodukt kostet ein neuer, feiner Feriengast, Roswitha von Rotz (Regina Ellefredt-Thol), und wällt sogleich in „Ahnmacht“. Denn Knecht Julius (Sabine Wiesbrock) und Bauer Jan (Heike Vollmer) haben „Köder-Pellets“ im Käse versteckt, um einer scheinbaren Mäuseplage den Garaus zu machen. Dass Julius bei „Koppwäje“(Kopfweh) ebenfalls die Pellets schluckt, sei nur deshalb erwähnt, weil damit klar wird, dass die Dame von Rotz nicht wirklich stirbt. Zuerst ist sie verschwunden, und die herrische Bäuerin Rosi (Monika Frenz) schimpft: „Aber se weet sich doch, dat dat Middageten gifft“. Dann hängt sie, von den beiden „Lausebengeln“ Julius und Jan angeschleppt und in die Mitte genommen, am Küchentisch. „Keen Pieps gifft se mehr von sik!“,stellt Magd Lena (Elisabeth Hanschmidt) fachkundig fest: „Die ist mouse daute.“ Und vergleicht: „Ik hebb bi mien Geburt de Nabelschnuur meist fiefmal üm’n Hals wickelt hat.“ Aber keiner will ihre Story hören. Die Bäuerin schreit „Hölpe“ und leitet damit eine sehr laute „Kakeellerige“ ein. Davon wird Frau von Rotz wach und zeigt sich gut gelaunt in alter Frische.

Im Team neu und überzeugend war Linder Ewers, die als ausgeflippter Feriengast mit Hauszelt agierte. Sie pendelte zwischen dem furios-kuriosen Geschehen und offerierte vergeblich, mit Kopfhörer und Discman ausgestattet, ihre Musik dem Bauern. Denn der verstand statt Sound nur „Sauhund“. Am Ende ist alles gut, und jeder hat sich sehr wohl gemerkt, was Bäuerin Rosi der Dame Roswitha mit auf dem WEg gegeben hat. „Ik segg immer: De Mann is een Balken un den mutt’n sik eerst trechthobeln!“

Eigentlich hätte es mit dem plattdeutschen Kracher gereicht. Aber mit ihrem zweiten Schwank, diesmal auf Hochdeutsch, setzten sechs weitere Akteure die Hochstimmung fort: „Juwelenraub und Kuschelzauber“ gefiel wohl ebenfalls an alles drei Theaterabenden. Insgesamt begeisterte man 400 Besucher.